Den Tatsachen ins Auge sehen
„Am Anfang fühlt man sich nicht krank. Man fühlt sich erst krank durch die Therapie“, stellt sie rückblickend fest. Bei aller Unterstützung der ihr Nahestehenden und der großen Kunst der Ärzte habe ihr jemand gefehlt, der sie auf verschiedene Dinge aufmerksam macht. Es waren die kleinen und großen Dinge des Alltags, auf die man erst einmal keine Antwort hatte: Wie sage ich das meinen Kindern? Wie organisiere ich die Termine? Was passiert, wenn ich meine Perücke nicht tragen kann, weil sie zu sehr juckt?
Der Untertitel des Ratgebers lautet: Ein Mutmach-Buch. Und genau das möchte die Autorin erreichen. Anderen eine Unterstützung anbieten, sie ermutigen, den Tatsachen ins Auge zu sehen. Sich zu informieren, offen miteinander zu sprechen, hält sie für eine wesentliche Voraussetzung. Auch für Angehörige und Freunde. „Denn je mehr man weiß, um so einfacher ist auch der Weg“, stellt sie fest und redet dabei nichts schön. Zurzeit engagiert sie sich ehrenamtlich in der Uni-Klinik Köln. Dort kümmert sie sich um Geschwisterkinder von kleinen Patienten, damit die Eltern in Ruhe ihre Kinder auf der Station besuchen können.
Was die Krankheit in ihrem Leben verändert hat? „Ich bin toleranter und härter geworden.“ Das klingt erst einmal als Widerspruch. Doch es meint eigentlich nur, dass sie nicht mehr so viel auf die Goldwaage legt, gleichzeitig aber sehr viel klarer sieht, was sie möchte und was nicht. „Ich teile mir meine Lebenszeit anders ein. Dabei achte ich darauf, mehr Leben hineinzutun und weniger funktionieren zu müssen. Denn die Lebenszeit ist zu kostbar, um sie zu verschwenden.“
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Sehr geehrte Alexandra von Stein,
ich möchte mich im Namen des Deutschen Clubs Shanghai ganz herzlich für Ihre Lesung am 28.4. 2009 hier vor Ort bedanken.
Sie haben uns mit Ihrer ganz besonderen Art und durch Ihre Lesung vor Augen geführt, dass eine Krebsdiagnose nicht das Ende bedeuten muss, sondern auch eine Chance bietet für einen Neubeginn. Persönlich haben Sie mich in meiner Idee bestätigt auf Menschen zuzugehen und Probleme direkt anzusprechen. Ich glaube, dass ich im Namen aller Anwesender speche, wenn ich sage, dass wir berührt und um einiges Wissen reicher aus der Veranstaltung gegangen sind.
Mit freundlichen Grüßen
Angelika Anders-Lauck
Special-Event-Team
Deutscher Club Shanghai