Wichtig ist das, denn an einer so großen Universität geht es zunächst anonymer zu als etwa in den Hochschulen von Tübingen oder Heidelberg. In Köln ist aller Anfang für einen Akademiker schwer. Als Tagesthemenmoderatorin Anne Will hier ihr erstes Semester Germanistik und Geschichte studierte, soll sie gleich gefragt worden sein: „Was wollen Sie eigentlich hier? Sie werden doch sowieso arbeitslos!“
Die Hochschule erdrückt zudem mit Zahlen. Fast 3000 Forschungsprojekte gibt es, über 100 Studiengänge, dazu kommt jede Menge Wohnungsknappheit in der Umgebung. Vor allem Erstsemester, die nicht im Wohnheim unterkommen, müssen lernen, dass in den 400.000 Mietwohnungen der Stadt gar nicht schnell ein Zimmer zu haben ist. Und wenn, dann ein teures. Köln, die offene Stadt mit jede Menge Mutterwitz, ist zunächst einmal eher anstrengend als lustig.